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Salzbäuerin in Bekhar © Barbara Straube

Frauen im Fokus – Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam denken

Am 8. März 2025 fand im Naturfreundehaus Am Hopfenberg in Pfinztal die Hybrid-Veranstaltung "Hitze, Hunger, Ungerechtigkeit: Die schwere Last der Frauen in der Klimakrise" statt. Mehr als 40 Menschen nahmen vor Ort und digital teil, um die Auswirkungen der Klimakrise auf Frauen zu diskutieren und konkrete Forderungen für eine gerechtere Zukunft zu formulieren.

Bereits zu Beginn machte Herbert Knienieder, Fachbereichsleiter GLOBAL der NaturFreunde Baden-Württemberg deutlich: Die Klimakrise ist nicht geschlechtsneutral. Besonders Frauen im globalen Süden tragen die Hauptlast der Folgen. „Wer Klimaschutz blockiert, nimmt bewusst in Kauf, dass sich Ungleichheiten verschärfen.“

 FB-Konferenz zum Weltfrauentag 2025 © Steffen Hauswirthv.l.n.r.: Herbert Knienieder, Ursel Georg, Malik Kartal, Angelika Keim, Foto Steffen Hauswirth

Kernforderungen aus dem globalen Süden

Zwei eindrucksvolle Videobotschaften aus dem Senegal von Anna Ba (Umwelt- und Ausbildungszentrum Bekhar/Saint Louis) und Cumba Ba (NaturFreunde Kidira) verdeutlichten die konkreten Herausforderungen, mit denen Frauen in den von der Klimakrise besonders betroffenen Regionen konfrontiert sind. Ihre zentralen Forderungen waren:

  • Zugang zu fairer Finanzierung und Land: Frauen müssen die Möglichkeit erhalten, eigene einkommensschaffende Maßnahmen zu ergreifen.
  • Bildung für alle Mädchen: Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und muss für alle zugänglich sein.
  • Schutz vor Gewalt: Frauen brauchen wirksamen Schutz vor körperlicher, psychischer und struktureller Gewalt.
  • Förderung beruflicher Selbstständigkeit: Frauen müssen in die Lage versetzt werden, eigene berufliche Perspektiven zu entwickeln.
  • Zugang zu umfassender medizinischer Grundversorgung: Gesundheitliche Versorgung darf kein Privileg sein – alle Frauen müssen Zugang zu medizinischer Hilfe haben.

Aus technischen Gründen konnte leider Claire Gabiam von den NaturFreunden Togo nicht online dazugeschaltet werden. Ihre Botschaft kann hier nachgelesen werden.

Forderungen aus Politik und Zivilgesellschaft

In der anschließenden Podiumsdiskussion brachten die geladenen Referent:innen weitere zentrale Anliegen ein:

  • Alexandra G. Keim (Gleichstellungsbeauftragte, Landkreis Karlsruhe):
    • Bauplanung muss die Sicherheitsaspekte von Frauen berücksichtigen.
    • Die Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen muss umfassender werden.
  • Malik Kartal (Sprecher der Jusos Pfinztal, stv. Vorsitzender der SPD Pfinztal):
    • Eine gesicherte Finanzierung für ein gerechtes und gutes Bildungssystem ist unerlässlich.
    • Die Entwicklungspolitik muss reformiert und von postkolonialen Strukturen befreit werden.
    • Die Finanzierung der Entwicklungspolitik muss neu aufgestellt werden, um langfristige und gerechte Partnerschaften zu ermöglichen.
  • Ursel Georg (Mitglied im Vorstand des Landesverbands Baden der NaturFreunde):
    • Der Aufbau von Klimapartnerschaften zwischen dem globalen Norden und Süden ist essenziell.
    • Bildung für Mädchen, Gesundheitsversorgung und internationale Solidarität müssen gestärkt werden.
    • Die Beteiligung von Frauen muss in allen gesellschaftlichen und politischen Prozessen mitgedacht werden.

Der nächste Schritt: Forderungspapier an die Bundesregierung

Die Veranstaltung machte deutlich: Geschlechtergerechtigkeit und Klimagerechtigkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Der Fachbereich GLOBAL der NaturFreunde Baden-Württemberg wird die gesammelten Forderungen und Erkenntnisse in einem Papier zusammenfassen und an die neue Bundesregierung übermitteln.

Wir danken allen Teilnehmenden und Referent:innen, die diesen wichtigen Austausch möglich gemacht haben. Gemeinsam setzen wir uns weiter für eine Welt ein, in der Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit keine Vision bleiben, sondern Wirklichkeit werden.


Bericht: BADISCHE NEUESTEN NACHRICHTEN – Hardt vom 10. 3. 2025 | Seite 26

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